Die zwölf schlimmsten Jahre Deutschlands beleuchtet

Heimat- und Geschichtsverein eröffnet Ausstellung „Frauen im Widerstand“

Margarete Elster, Patricia Bombala, Bürgermeister Joachim Schledt und der erste Beigeordnete Norbert Schewe (von links) bei der AusstellungseröffnungMargarete Elster, Patricia Bombala, Bürgermeister Joachim Schledt und der erste Beigeordnete Norbert Schewe (von links) bei der Ausstellungseröffnung

Auch 80 Jahre nach dem Ende des zweiten Weltkriegs in Europa dürfen die schlimmen Jahre der Nazidiktatur besonders in Deutschland nicht in Vergessenheit geraten. „Nie wieder ist jetzt“, ist für den Heimat- und Geschichtsverein Münster (HGV) keine Worthülse, sondern eine Verpflichtung. Deshalb hat er die Ausstellung „Frauen im Widerstand“ der Gedenkstätte Deutscher Widerstand ins „Museum an der Gersprenz“ geholt. Am ersten Maisonntag wurde die bewegende Ausstellung im Beisein von Bürgermeister Joachim Schledt durch die Vorsitzende des HGV Patricia Bombala eröffnet. Margarete Elster, die Leiterin des Arbeitskreises Zeitgeschichte im HGV, gab den Besucherinnen und Besuchern einführende Worte mit auf den Weg durch die 36 Tafeln der Ausstellung. „Es ist wichtig, an die Frauen im Widerstand gegen das Hitlerregime zu erinnern“, sagte Elster zu Beginn der neuen Themenausstellung. Und tatsächlich wird beim Gang durch das Museum deutlich, dass viel mehr Frauen als die meist bekannte Studentin Sophie Scholl dem Naziterror entgegen getreten sind. Namen wie Stauffenberg, Olbrich oder Wilhelm Leuschner sind im kollektiven Gedächtnis viel mehr vertreten, als zum Beispiel Judith Auer, die 1944 in Plötzensee ihr junges Leben verlor, weil sie sich am Widerstad beteiligte.

Aktiver Widerstand ist in Münster nach Recherchen des HGV wohl nicht geleistet worden. Aber dennoch gab es im Verborgenen immer wieder einzelne Taten, um das Leid von Verfolgten zu lindern oder gegen Anordnungen des Regimes aufzubegehren. So berichtete Bürgermeister Schledt von einer mutigen Frau, die die abgehängten Kreuze in der Schule einfach wieder aufhängte. Schledt brachte auch ein Zitat vom zu Ende gehenden evangelischen Kirchentag, das er im Auto auf der Fahrt zum Museum gehört hatte: „Widerstand beginnt dort, wo das eigene Tun größer ist, als die Angst um die eigene Existenz bis hin zum Leben.“ Schledt bat die Besucher, einfach einmal darüber nachzudenken.

Die Ausstellung ist jetzt an jedem ersten Sonntag im Monat zwischen 14 und 17 Uhr geöffnet.